Erfahrungsberichte

Erfahrungsbericht von Gisela Hartwig, Köln

An der Universität

faszinierte mich seit je in meinem Leben, die von mir empfundene, unbedingte Geschlossenheit. Für mich war dieses Lehrinstitut  eine Art Ei, in dessen Schale (von mir) nicht eingedrungen werden konnte. Mein Leben spielte sich zwischen Handwerk und Familie und Sport ab.

Nach der nicht ganz freiwilligen Verrentung, galt es eine Lücke im Leben zu füllen und zu lernen fand ich als eine Bereicherung, die neue Horizonte zu eröffnen schien, sowie neuen Schwung geben konnte.

Also folgte ich dem Rat meines Sohnes; „herauszufinden, ob ich es schaffen würde oder nicht, dem Lehranspruch  standhalten zu können“, was nur mit einer Immatrikulation als Gasthörerin zu regeln war. Als dieser erste, schwere Schritt in einen  neuen Lebensabschnitt geschafft war, tat sich plötzlich eine völlig neue, bunte Welt vor mir auf.

Wie unglaublich interessant war es, den Vorlesungen über Politik zu lauschen. Es entspann sich für mich ein gänzlich neues Verständnis für das Lehrinstitut Universität. Ich war tatsächlich ein Teil inmitten dieses faszinierenden Universums. Ich genieße noch heute, mit den vielen jungen Leuten gleichberechtigt über den Campus zu laufen, mit deren Jugend und Elan um mich herum, die zukünftige Welt erahnen zu können.

Es blieb nicht bei Politikvorlesungen, schnell war ich auch bei universitären Sportveranstaltungen dabei und lernte sogar Bauchtanz, ich hörte in einzelnen Seminaren über Kunst und Mode (was meinem Beruf entsprach), dann über Erwachsenenbildung im 19.Jahrh., sowie viele Seminare über Kulturverständnis,  Religion und Literatur.

Auch  Arbeitsgruppen, die von der Universität, sowie dem Förderverein für die Gasthörer angeboten werden, fanden vielfach mein Interesse. Hier sind besonders die anregenden Gespräche zu erwähnen, die sich teilweise während, meist jedoch nach den Semesterstunden entspinnen.


Erfahrungsbericht von P. Schroder, Köln

Als ich im Jahre 2001 nach einem anstrengenden Beruf da stand ohne Hobby oder weitere Verpflichtungen für die kommenden Lebensjahre ergab sich für mich die Frage, wie es sinnvoll weitergehen sollte.

Ich erinnerte mich an das Studium Generale zu Beginn meines ersten Studiums und begann mit Geschichte, die im Gymnasium ab 1946 stiefmütterlich behandelt worden war. Weitere Vorlesungen in Philosophie und Literatur folgten. Das Lied der Kölner Gruppe „Die Black Fööss: Es gibt ein Leben nach dem Tod“ passte zu Religion und dem danach…

Mehrere Jahre mit Arbeit für den fgs – Verein folgten. Neben Arbeitskreisen aus breit gestreuten Bereichen begeisterte mich am meisten die Mitarbeit am IFG – Projekt mit dem notwendigen Suchen in der Bibliothek nach vorliegenden Veröffentlichungen zum anstehenden Thema oder eigene Texte formulieren bis hin zu zwei Kongressbüchern.

Das Seniorstudium strukturierte die ganzen letzten Jahre und drohte zeitweise allzu anstrengend und zeitaufwendig zu werden. Um keinen Preis  aber möchte ich es missen, weil es Ansporn war für ein aktives Leben, das in Verbindung mit einer dankenswert guten Gesundheit Freude macht.

Nicht zu vergessen hat es zu bereichernden Kontakten mit anderen Seniorstudenten geführt, zu freundschaftlichen Treffen und gemeinsamen Fahrten zu Zielen, die mit Studieninhalten zusammenhingen.

Ich bin mit meinem damaligen Entschluss an die Uni zu gehen immer noch sehr zufrieden und kann diesen Weg nur weiter empfehlen.